Gehschall ist der durch das Gehen einer Person auf dem Fußboden entstehende Schall, der im selben Raum (gegebenenfalls störend) wahrgenommen werden kann. Gehschall ist zu unterscheiden von dem in der Bauakustik eingeführten Begriff des Trittschalls, der den in anderen Räumen wahrgenommenen Schall bezeichnet.
Der entstehende Gehschall ist in erster Linie von den Eigenschaften der Oberfläche des Fußbodens (hart, weich), der Materialdämpfung des Fußbodens und den Eigenschaften der Schuhsohlen (Gummi, Leder, Stahl) abhängig.
Durch die international stark gestiegene Verbreitung von harten Fußböden (Laminat, Parkett) hat in jüngster Zeit die Belästigung durch Gehschall zugenommen. Das Vermögen, den Gehschall zu mindern bzw. weniger Gehschall zu 0erzeugen, ist ein wichtiges Verkaufsargument für solche Böden geworden. Zu beachten ist dabei, dass viele handelsübliche trittschalldämmende Unterlagen keine mindernde sondern sogar verstärkende Wirkung auf den Gehschall haben.
Messmethoden des Gehschalls:
Messungen zeigen, dass das typische ”clackclack” von harten Schuhabsätzen im Wesentlichen durch den Kraftimpuls des auf den Boden auftreffenden Schuhs
erzeugt wird.
Bei harten Böden spielt die Anregungsimpedanz keine Rolle, aber bei mehrschichtigen Bodenkonstruktionen mit einer dünnen Oberschicht wie z.B. bei Laminatböden ergibt sich eine sensible Abhängigkeit des Kraftverlauf des Stosses zwischen der Eingangsimpedanz des Bodens und der Impedanz des schlagenden Gegenstandes.
Bei Messungen mit reproduzierbarer, künstlicher Anregung muss deshalb der ”Ersatzschuh” in der Form eines Hammers ähnliche Masse und Steifigkeit aufweisen wie ein Schuh-Absatz mit harter Sole, d.h. die Masse muss zwischen 100 und 200
Gramm liegen. Der 500 Gramm schwere Hammer des in der Bauakustik verwendeten Hammerwerks ist ganz einfach zu schwer und die obere Grenzfrequenz des resultierenden Kraftspektrums ist um mindestens eine Oktave tiefer als bei einem leichten Hammer bzw. einem Schuh.
Entsprechend tönt ein Schlag des Hammerwerks dumpfer als der Aufprall des Absatzes.
Lösungsansätze gehen in zwei Richtungen:
entweder Verwendung einer fallenden Masse von 100 bis 200 Gramm mit definierter Fallhöhe (Kugeln, Miniatur-Hammerwerk) oder die Verwendung eines Impulshammers von 100 bis 200 Gramm mit integrierter Kraftmessdose.
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